Hygiene
Die
Hygiene ist die Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der
Erhaltung und Festigung der Gesundheit bzw. in der Alltagssprache auch
ein konkreter Zustand, ähnlich gemeint wie Sauberkeit. Das Wort
Hygiene kommt aus dem Griechischen und bedeutet "der Gesundheit zuträgliche
Kunst". Es leitet sich von der griechischen Göttin der
Gesundheit, Hygieia, ab. Im engeren Sinn werden unter Hygiene die Maßnahmen
zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten bezeichnet, insbesondere die
Reinigung und Desinfektion.
Desinfektion bedeutet im Übertragenen Sinne
"Keimfreimachung". Laut dem Deutschen Arzneimittelbuch (DAB)
bedeutet "Desinfektion": "Totes oder lebendes Material in
einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann". Zur
Desinfektion verwendet man verschiedene Desinfektionsmittel. Technisch
unterscheidet man zwischen Desinfektion und Sterilisation. Von
Desinfektion spricht man bei einer Keimreduktion um einen Faktor vom
mindestens 10-5, soll heißen: Von ursprünglich 100.000
vermehrungsfähigen Keimen (so genannte koloniebildende Einheiten - KBE)
überlebt nicht mehr als ein Einziger.
Hautdesinfektionsmittel enthalten oft verschiedene Alkohole wie Ethanol
oder Isopropanol, es werden aber auch iodhaltige / iodähnliche
Verbindungen verwendet. Flachendesinfektionsmittel sind häufig so
aggressiv, dass man sie nur mit Schutzhandschuhen verarbeiten darf. Das
Einatmen konzentrierter Dämpfe kann gesundheitliche Schäden
verursachen. Eine Liste der gängigen Verfahren und zugelassenen Präparate
sowie Empfehlungen der "Kommission für Krankenhaushygiene"
gibt es beim Robert-Koch-Institut. Für neue Mittel müssen zwei unabhängige
Gutachten erbracht werden, um eine Zulassung zu erhalten.
Desinfektionsmittel werden nach Wirkstoffklassen unterschieden: A/ B/ C/
D. Entsprechend sind die Präparate gekennzeichnet als: Bakterizid,
Viruzid, Sporizid oder Fungizid. Desinfektionsmittel müssen
professionell und strategisch verwendet werden. Sie müssen im
Haushalt keineswegs grundsätzlich angewandt werden. Unsachgemäße
Anwendung kann zu Bildung von mutationsbedingten Resistenzen fuhren. Die
Desinfektion von Abwassern, Trinkwasser oder flüssiger Medien kann
durch verschiedene Verfahren erfolgen: Man unterscheidet grundsätzlich
zwischen chemischen und physikalischen Verfahren zur Desinfektion.
Besonders gebräuchliche chemische Verfahren basieren auf der Zugabe
von Chlor, Wasserstoffperoxid oder Ozon. Gebräuchliche physikalische
Verfahren basieren auf der Erhitzung des Mediums (Pasteurisation oder
Dampfdruck im Autoklav) oder der Bestrahlung mit UV-Licht.
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